Mittwoch, 10. August 2011

Petit Dru - Directe Americaine





Am Dienstag ging es erst einmal auf Chamonix, dort hiess es die Energiereserven bei Kaffee und Croissant aufzutanken und sich ein wenig in den vielen Bergsportgeschäften satt zu sehen. Danach wurden ein Haulbag (Ich) und ein Rucksack (Köbu) bis oben voll gestopft.




Eine Bahnreise später fanden wir uns am Ende der Montenvers-Bahn wieder. Von dort ging es über einige Leitern auf das Mer de Glace runter. Dieses muss ziemlich gerade überquert werden, damit man zum Einstieg des Weges Richtung Charpoua-Hütte gelangt. Man kann sich von weitem an den weissen Markierungen an den Felsen orientieren, wo der Einstieg genau ist. Von dort geht es über anstrengende Leitern ziemlich ausgesetzt empor bis das Gelände flacher wird.





Nach dem Ende der Leitern folgt man ca. eine halbe Stunde dem Hüttenweg bis man auf ein weisses Kreuz auf einer Plane trifft. Dort hat es eindeutige Wegspuren, die links vom Weg wegziehen.



Nachher kann man den Wegspuren folgend nicht mehr viel falsch machen bis man auf eine offene, flache Wiese trifft auf welcher sich ein hervorragender Biwakplatz befindet, dem wir nicht widerstehen konnten. Wir nahmen dafür auch einen etwas weiteren Zustieg zur Wand am darauffolgenden Tag in Kauf.

Weiterer Text folgt in Kürze, als Vorgeschmack ein paar Fotos!














































Montag, 1. August 2011

Schreckhorn Anderson-Grat














Da ausnahmsweise doch einmal schönes Wetter angekündigt war, nutzten Röbi und ich die Gunst der Stunde um den Anderson-Grat am Schreckhorn zu begehen. Der Aufstieg beginnt gleich hinter der Hütte, man folgt dabei einem grossen Firncouloir, welches sich links eines Bachlaufes befindet. Man folgt diesem Couloir fast 1000hm, bis sich das Gelände öffnet. Wir mussten mehrmals den Bach überqueren und einmal standen wir vor einem Wasserfall, der uns nicht passierbar schien. Nachdem Röbi einen Versuch startete und dabei eine saftige Dusche kassierte, versuchten wir unser Glück weiter unten, um über eine Felsrippe aufzusteigen. Im Dunkeln schien es, dass diese Rippe erkletterbar sein könnte. Doch nach ca. 20m verhinderte eine Steilstufe ein ungesichertes Weiterkommen, zu unserem Pech war die Stelle auch überhaupt nicht absicherbar, da der Fels derart kompakt war. Zuerst Röbi und dann ich versuchten wir uns jeweils ungesichert aber bereits angeseilt um ev. den Nachsteiger von oben sichern zu können. Ich fand es ohne jegliche Sicherung allerdings zu heikel, diese plattige Stufe ohne Sicherung zu erklettern, da wir uns doch schon 20-30m über dem Couloir befanden. Wir kletterten in der Folge wieder ins Couloir ab. Mittlerweile war es hell geworden und ich sah 10m weiter oben eine Stelle, die unproblematischer aussah und tatsächlich fand ich einen guten Weg über die Stufe hinauf und wir befanden uns bald am Ende des Couloirs. Leider hatten wir bereits 2h auf unseren Marschplan verloren... Der Weg bis ins Nässijoch zog sich dann auch noch ganz schön und der Grat präsentierte sich uns in jungfräulichem Weiss. Wir kamen trotz Spuren und anhaltend heiklem Gelände einigermassen flüssig vorwärts. Mit dem Beschrieb des SAC-Führers findet man den Weg im Allgemeinen recht gut, es geht auch meistens der Gratkante entlang, ausser im ersten Teil des Grates, wo man den Grat verlässt, um auf eine markante Rippe zu gelangen. Dieser folgt man bis an ihr oberes Ende, wo sie sich in einer steilen Wand verliert und quert wieder einige Meter nach rechts hoch, um in der darauffolgenden Seillänge wieder auf den Grat zu gelangen. Kurz vor dem Gipfel hat es noch eine Steilstufe, die recht anstrengend zu klettern ist. Zum Schluss geht es über einen flachen Firngrat auf den Gipfel. Der Abstieg erfolgte per Normalroute und Motorenlärm...